Berlin (DE) / Algiers (DZA)

Kader Attia

* 1970 in Paris, Frankreich

lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland und Algier, Algerien.

Attia verbrachte seine Kindheit zwischen Pariser Vororten und Bab el Oued an der Nordküste Algeriens. Auf poetische und symbolhafte Weise erforscht er die weitreichenden Auswirkungen der modernen westlichen Kulturhegemonie und des Kolonialismus und befragt historische und koloniale Identitätspolitiken. Lange lag sein Forschungsschwerpunkt auf dem Konzept der Reparatur als Konstante des Menschlichen; Kultur und Natur, Gender und Architektur, Naturwissenschaft und Philosophie, alles befindet sich ein einem unendlichen Reparaturprozess.

Attias Arbeiten wurden an zahlreichen Orten in Europa, Nordamerika und Afrika ausgestellt, darunter bei der 50. Biennale di Venezia, bei der dOCUMENTA (13) und im MoMA, New York.

 

LE CORPS RECONSTRUIT #14, 2015

Collage, s/w-Fotografie auf Karton,  Courtesy of Galerie Nagel Draxler

In seiner Reihe Corps Reconstruit collagiert Kader Attia frühe eigene Fotoarbeiten, die sich mit der Befreiung des Körpers beschäftigen, der durch Geburt und den soziokulturellen Kontext bestimmt ist. Attia sucht nach utopischen Körpern als Mittel des Widerstands. Bereits in den 1990er Jahren fotografierte er algerische Transsexuelle in Paris. Kader Attia betrachtet deren Körper im Spannungsfeld postkolonialer Machtbeziehungen, die sich für sie in Bedrohungen wie Abschiebung, der Gefahr, in Algerien von Islamisten ermordet zu werden, und der Notwendigkeit, Sexarbeit nachzugehen, manifestieren. Der Körper selbst wird zum „Boundary Object“ zwischen den Geschlechtern und Kulturen.